Making of....

 

Immer wieder werde ich nach der Entstehung meiner Fotos gefragt.

Ich versuche mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu geben, ohne jedoch dabei bis ins letzte Detail zu gehen.

Draußen in der heimischen Natur zu sein, Stille genießen und Kopf freimachen, dabei immer wieder Neues bei Pflanzen und Tieren entdecken, dies noch mit schönen Fotos festhalten - das zählt für mich.

Natürlich sind Bildgestaltung und schöne Motive der wichtigste Faktor der Naturfotografie.

Mit der Zeit ist so auch der Anspruch an die eigenen Fotos gestiegen, womit wir schon bei der Ausrüstung sind.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass das Equipment ein wichtiger Faktor ist.

Für Wild, Vogel und Makrofotografie habe ich mir über die Zeit ein passendes Portfolio an Kameras und Objektiven zugelegt, welche meine Vorlieben optimal abdecken. Im Moment fotografiere ich ausschließlich mit Canon Kameras und Objektiven. Ich nutze Vollformat und APS-C Kameras wie 7D II und 5D IV, Objektive der L-Serie von 35 - 500mm Brennweite. Dazu ein Gitzo Stativ mit Wimberly Head und ein Sirui Stativ mit Kugelkopf für die Makrofotografie.

Wie bereits erwähnt braucht man auch noch was "vor" Linse und Kamera - Motive!

Einfach mal raus in die Natur und schnell einige gute Fotos schießen funktioniert leider selten.

Wichtig ist es, sich mit Tieren und Pflanzen intensiv zu befassen. Das Wissen, wo und wann die Wahrscheinlichkeit am Größten ist, etwas vor die Linse zu bekommen, ist das A und O. Geduld, Glück und Ausdauer gehören natürlich ebenso dazu.

Wildtiere:

Wild in freier Natur sehenswert zu fotografieren ist nicht einfach. Viele Faktoren wie Tarnung, Wind, Lichtverhältnisse und Location spielen hier zusammen. Oftmals benutze ich ein Tarnzelt / Netz in Wald und Flur.

Für Rotwild nutze ich auch hin und wieder bestehende Beobachtungseinrichtungen, wobei man hier immer die gleiche Szenerie hat und die Ansitze oft stark frequentiert sind, was zur Folge hat, dass viele Fotografen identische Fotos haben. Hochsitze meide ich in der Regel, da es immer wieder Probleme mit Jägern geben kann und auch die erhöhte Perspektive nicht ideal ist. Nur wenn einem der Wind in den Rücken fällt ist der Hochsitz eine Option.

Vögel:

Je nach Jahreszeit bin ich an verschiedenen Gewässern unterwegs um Wasservögel zu fotografieren. Oftmals habe ich auch den einen oder anderen Vogelbeifang beim Wildansitz.

Überwiegend für Singvögel habe ich mir nun eine Ansitzhütte gebaut. Dies ist die beste und einfachste Möglichkeit den kleinen Vögeln durch leichtes zufüttern nahe zu kommen. Diese Location nutze ich überwiegend über die Wintermonate.

Makro:

Für die kleinen Dinge der Naturfotografie muss ich die größten Strecken zurücklegen. Nicht alle Pflanzen, Insekten und Amphibien sind direkt vor der Haustür zu finden.

Aber es ist spannend immer auf der Suche nach neuen Makromotiven, oftmals schmutzig und nass am Boden zu liegen.

Feuchtbiotope und leider immer weniger anzutreffende artenreiche Wiesen sind hier mein Revier, idealerweise am frühen Morgen. 

 

Sicherlich muss jeder Einzelne seinen eigenen Stil finden, wie er seine Naturfotografie betreibt und vertreten kann.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass meine Fotos unter natürlichen Bedingungen entstehen. Tier und Naturschutz sind selbstverständlich.

Wenn man so in verschiedenen Fotoforen im Internet schaut wird die Bezahlfotografie in sogenannten

Hides (Ansitzhütten) immer beliebter. Ich bin kein Freund dieser Fotopraxis. Natürlich sind dort die Chancen auf gute Fotos und seltene Tiere hoch. Man sieht jedoch den Fotos in der Regel sofort an wo sie gemacht wurden und viele Fotografen haben auch hier dann fast identische Fotos. Zudem verlieren die Tiere dort durch massives Überfüttern oft ihr natürliches Verhalten.

Selbst immer nach Fotomöglichkeiten zu suchen finde ich spannender, ist aber auch zeitintensiver.

Deshalb möchte ich zum Schluss auch meiner Familie danken, die mir den nötigen Freiraum gibt und mein auch nicht "immer günstiges" Hobby mit unterstützt.

 

Rainer Armbruster